Bürgle
Neben geringen frührömischen Spuren befinden sich auf dem Bürgle die Reste eines spätantiken Militärpostens des Donau-Iller-Rheinlimes. Eine massive Höhenbefestigung (siehe Abb. unten) beherbergte den Teil einer Reitereinheit zur Grenzsicherung sowie germanische Foederaten und deren Familien, insgesamt wohl weniger als 100 Personen. Archäologische Funde, vor allem Streufunde von Münzen aus den letzten Jahrzehnten, datieren in die Zeit vom späten 3. bis mittleren 5. Jahrhundert n. Chr. Die Befestigung wurde mit Spolien (wiederverwendeten Steinen) aus dem nahen Phoebiana / Faimingen errichtet, dessen Namen „Febianis“ ebenfalls auf den neuen Ort übertragen wurde – ein in der Spätantike des öfteren zu beobachtendes Phänomen (z. B. Cambidano – Kempten). Die früher allgemein akzeptierte Identifizierung als „Pinianis“ kann aufgrund der Entfernungsangaben nicht stimmen, hiermit ist wahrscheinlich Finningen gemeint.
In der Notitia Dignitatum, einem spätantiken Truppenhandbuch, das Kastellorte und die jeweils dort stationierten Einheiten nennt, werden die Equites stablesiani iuniores als Truppe genannt, von denen eine andere Abordnung in Burghöfe lagerte.